Wer bin ich eigentlich?

1000fragenandichselbst

#1000fragenandichselbst

Seit einigen Wochen kann ich in meiner kleinen Internetblase immer wieder lesen, wie zahlreiche Bloggerinnen versuchen, eine Antwort auf diese Frage zu finden. Ins Rollen brachte die #1000fragenandichselbst – ‚Challenge‘ die liebe Johanna von pink-e-pank.de
Gerade schwanger mit ihrem dritten Kind macht sie sich auf die Suche nach sich selbst – zwischen all den Höhen und Tiefen die das Mama-Sein eben so mit sich bringt, scheint nicht nur sie sich ein bisschen verloren zu haben.

Gedankenkarussell

Nach dem ich ihren Post las, in dem sie darüber schreibt, wie sie sich abseits der Mutterrolle versucht neu zu finden, sprang es an – mein Gedankenkarussell.

Ich war vor ziemlich genau einem Jahr an einem Punkt angelangt, an dem sich etwas ändern musste. An dem ICH etwas ändern musste. Der Mini war ein halbes Jahr alt und somit die Hälfte meiner geplanten Elternzeit schon vorüber. Beim Gedanken daran, in meinen alten Job zurück kehren zu müssen, überkam mich immer wieder ein mulmiges Gefühl. Irgendwie konnte ich nicht mehr zurück. In einer Praxis als Plastische Chirurgin arbeiten, war immer das, was ich machen wollte. Mit einem Umweg über die Unfallchirurgie in der Klinik sah ich mich immer noch genau dort.
Doch seit der Geburt meines Kindes hatte sich alles geändert. Nicht nur unser Leben als Paar, nicht nur unser Alltag, sondern auch ich hatte mich geändert. Meine Gedanken, Gefühle, Wertvorstellungen. Und nun ein Jahr später, nach einer langen Reise mit Mann und Kind nach Neuseeland, nach 1,5 Jahren Muttersein und einem neuen Job, stehe ich tatsächlich auch oft da und frage mich:

Wer bin ich eigentlich?

1000fragenandichselbst

 

… vom durchgedrehten #partygirl, dass auf keiner Feier fehlen durfte zur #workingmom mit Ehemann und eigenem Haushalt in nicht einmal ganz fünf Jahren. Und wenn ich dann manchmal, so wie heute, Samstagabends auf der Couch sitze, frage ich mich ob ich eigentlich noch immer die Luise bin, die ich mal war. Nur im neuen Umfeld. Oder ob es das alte ich vielleicht so gar nicht mehr gibt, weil es vor lauter Organisation, Dran-denken-müssen, Funktionieren-trotz-Schlafmangel, Alternativ-Berufsleben einfach keinen Platz zur Entfaltung mehr findet.

 

1000fragenandichselbst

 

Und weil sich mir manchmal der Kopf dreht auf meinem Gedankenkarussell, versuche ich mal Ordnung ins Chaos zu bringen. Auf der Suche nach mir selbst, geht es in die erste Runde der

1000 Fragen an dich selbst – #1

  1. Wann hast du zum letzten Mal etwas zum ersten Mal gemacht? Das weiß ich noch ziemlich genau, ist erst ein paar Wochen her. Ich habe mir im Baumarkt eine elektrische Stichsäge ausgeliehen und zwei Löcher in eine alte Kommode gesägt. Das Ergebnis – eine ziemlich schöne Kinderküche für meinen Sohnemann.
  2. Mit wem verstehst du dich am besten? Abgedroschen, aber wahr – mit mir komme ich am besten klar. Und das ist meiner Meinung nach doch auch die Grundvoraussetzung dafür, sich mit anderen Menschen gut zu vertragen.
  3. Worauf verwendest du viel zu viel Zeit? Ich habe viel zu oft dieses verdammte Smartphone/Tablet in der Hand und verwende viel zu viel Zeit für Social Media, zielloses Surfen, digitale Einkaufswagen füllen und dann doch nicht kaufen … ihr kennt das.
  4. Über welche Witze kannst du richtig laut lachen? Ich finde Witze oft gar nicht witzig. Meist versuche ich mir ein kleines Kichern abzuringen, um dem Gegenüber ein besseres Gefühl zu geben. Aber so ohne weiteres fällt mir gerade keine Situation ein, in der ich zuletzt herzhaft über einen Witz lachte. Ich bin mehr der Fan von Situationskomik.
  5. Macht es dir etwas aus, wenn du im Beisein von anderen weinen musst? Gar nicht, ich finde nichts schlimmes an Tränen. Es sei denn, ich weile, weil ich wütend bin – und das kommt leider vor. Wenn ich mich ungerecht behandelt fühle und wütend über die vorherrschende Situation bin, steigen mir leider ganz schnell die Tränen in die Augen. Und das wird leider ganz oft missgedeutet. Deswegen hasse ich es, wenn mich in so einer Situation einer beim Weinen sieht.
  6. Woraus besteht dein Frühstück? Unter der Woche meist Müsli oder die Reste des Porridges vom Mini, dazu ein Kaffee und eine in Wasser aufgelöste Eisen-Brause-Tablette. Am Wochenende wird aber richtig opulent und lange gefrühstückt, gern auch mit Frühstücksei in jedweder Form und Avocado und Lachs und allem, was das Herz begehrt. Denn Frühstück ist eigentlich meine Lieblingsmahlzeit.
  7. Wem hast du zuletzt einen Kuss gegeben? Gerade eben meinem Mann 🙂
  8. In welchen Punkten gleichst du deiner Mutter? Wir versuchen immer, es allen recht zu machen und können nicht ‚Nein‘ sagen.
  9. Was machst du morgens als erstes? Den Wecker schnell ausschalten, damit das Kind nicht vorzeitig munter wird. Und dann noch mal für eine Minute an den besten Ehemann der Welt kuscheln.
  10. Kannst du gut vorlesen? Hell, yeah!
  11. Bis zu welchem Alter hast du an den Weihnachtsmann geglaubt? Das kann ich gar nicht mehr so genau sagen. Aber ich erinnere mich an ein Weihnachten, an dem ich unter den dicken weißen Watte-Augenbrauen die grünen Augen meiner Mama erkannte. Wie alt ich da aber war, weiß ich leider nicht mehr.
  12. Was möchtest du dir unbedingt einmal kaufen? Ich hätte gern ein Haus mit Veranda – so wie das in ‚Notebook‘ an einem Strand, ganz einsam, aber nicht weit weg von einer lebendigen Stadt. Das sollte doch machbar sein, oder?
  13. Welche Charaktereigenschaft hättest du gern? Ich wäre gern geduldig. Abwarten gehört ganz und gar nicht zu meinen Tugenden. Ich neige dazu, alles immer sofort haben, machen, kaufen zu wollen. Wenn es im Straßenverkehr nicht vorwärts geht, könnte ich ausrasten. Vielleicht sollte ich mir auch gleich noch ein wenig Ausgeglichenheit wünschen? Obwohl es ja meistens daran liegt, dass ich zu spät loskomme – also eine Prise Organisation noch dazu? Pünktlichkeit? Oh Gott, ich kann mich nicht festlegen … (noch so eine Baustelle).
  14. Was ist deine Lieblingssendung im Fernsehen? Ich schaue kein Fernsehen. Daher habe ich auch keine Lieblingssendung dort. Aber ich bin Netflix-Junkie. Big-time.
  15. Wann bist du zuletzt in einem Vergnügungspark gewesen? Letzten Sommer – zum Junggesellinenabschied einer meiner Jugendfreundinnen.
  16. Wie alt möchtest du gern werden? Ich möchte gerne richtig, richtig alt werden. Aber nur wenn ich einigermaßen gesund bleibe. Und nicht die „letzte“ bin, die noch lebt. Krank und/oder einsam alt sein, ist eine meiner größten Ängste.
  17. An welchen Urlaub denkst du mit Wehmut zurück? Das ist eine ganz einfache Frage für mich –  die Elternzeitreise mit meinen zwei Herzensmännern in Neuseeland. Großes Fernweh packt mich jedes Mal, wenn ich nur daran denke.
  18. Wie fühlt sich Liebeskummer für dich an? Ein Wort: Beschissen!
  19. Hättest du lieber einen anderen Namen? Nein, ich mag meinen Namen sehr gern. Das war schon immer so. Als Teeny fand ich es nur immer ein bisschen schade, dass meine Mama sich nach anfänglichem Zögern doch gegen die französische Schreibweise entschieden hat. Aber heute liebe ich meinen Namen, so wie er ist. Und mit dem neuen Nachnamen ist er einfach perfekt. Danke dafür bester Ehemann der Welt 😉
  20. Bei welcher Gelegenheit hast du an dir selbst gezweifelt? Bei welcher Gelegenheit tue ich das nicht? Ich stelle mich und meine Entscheidungen ständig in Frage. Vor einer Entscheidung, währenddessen und danach auch. Nach außen mag ich vielleicht recht tough wirken, aber eigentlich bin ich das nicht. Ich lasse mich relativ schnell verunsichern. Nur in meinem Job, da kann ich Entscheidungen treffen, Selbstsicher sein – wenn ich meinen Kittel überwerfe, bin ich Wonderwoman.

 

 

So, erste Runde geschafft. War doch gar nicht so schwer. Dafür, dass ich seit Minute Null bei Pinkepanks Challange mitmachen wollte, hat es nun doch relativ lange gedauert. Aber hey, besser spät als nie, oder?! Vielleicht seid ihr ja auch gerade auf der Suche, nach was auch immer. Macht einfach mit. Es macht wirklich Spaß über die Fragen nachzudenken und sie als Anstoß für einen Spaziergang in euch selbst, zu euch selbst zu nutzen.

Wenn ihr wissen wollt, wie es weiter geht – hier entlang.

Ich wünsche euch noch einen schönen Abend, ihr lieben Menschen vor dem Bildschirm.

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